Bekky Berg
Book, design & film
 

BUCH

BOOK

Mein erster Roman "Nachtigall - In der Not" wird aufgrund des Studiums voraussichtlich 2020 erscheinen. 2019 hatte mein erster Kurzfilm "Das Möbiusband", bei dem ich auch das Drehbuch geschrieben habe, Premiere.

Bekky Bergs first book "Nightingale" is in work. The German version will be published 2020. In 2017 she has written the screenplay for the shortfall "The Loop".

Ein paar Beispiele hier: 



Kurzgeschichten


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12.06.2019

Die Hexe

--Lesezeit: 2 Minuten--

In der Nähe eines kleinen Dorfes lebte einst eine kleine Frau. Zotteliges langes Haar fiel über ihre schmalen Schultern, ihre schiefen Zähne blitzten auch hervor, wenn sie den Mund geschlossen hatte und ihre Augen hatten diese Tiefe, die Jeden, der hineinblickte, zur Tode erschrecken, lies. Ihre Kleidung war aus Resten zusammengenäht. Jedes Mal wenn sie das Dorf betrat, wichen ihr die Bewohner aus. Sie schlossen Fensterläden und verhakten die Türen. Blickten nur durch Spalten, ob die Luft rein war. Die Frau konnte dann ungestört, durch die Stadt ziehen, über den Markt schlendern und sich nehmen, was sie, zum Leben brauchte. Dabei tat sie niemanden etwas zu Leide. Einmal kam es so weit, dass die Bewohner ihr sogar bereits einen Korb in der Mitte des Marktes stehen ließen, mit vielen Leckereien gefüllt. Überrascht über diese Freundlichkeit nahm sie den Korb und ging nach Hause. Die Bewohner waren froh, dass die Hexe diese Opfergabe annahm, denn das nächste Mal schlossen sie das Tor, als sie sich näherte und ließen nur den Korb herunter. So dankbar die Frau den Korb auch annahm, sie fühlte sich einsam.
Ab und an hatten Bewohner des Dorfes zum Aufstand aufgerufen, dieses „Weib“ zur Strecke zur bringen, doch meist wurden diese Rufe schnell verstimmt. Kaum hatte derjenige auch nur gedacht sich gegen die Frau aufzustellen, wurde er von einer Krankheit heimgesucht oder gar Verlust eines Familienmitgliedes so in Trauer gedrückt, dass er es nicht noch einmal wagte, ein Wort gegen die Frau zu erheben.

Eines Tages lief ein Kind beim Spielen aus dem Dorf und kehrte nicht nach Hause zurück. Das ganze Dorf machte sich auf die Suche nachdem Kind. Als sie im dunkeln mit Fackeln am Haus der Hexe ankamen, trat diese vor die Tür. Die Bewohner wichen zurück.
„Ihr seid gekommen um mich zu töten?“ fragte die Frau mit krächzender Stimme. Sie hatte Diese jahrelang nicht nutzen müssen.
„Wo ist mein Sohn?“ drängelte sich die Mutter panisch nach vorne.
„Ich weiß es nicht, ich kann ja nicht Hellsehen.“ sagte die Hexe. Die Mutter war verwirrt. „Aber das müsstet Ihr doch können. Ihr seid doch eine Hexe!“
Da lachte die Hexe: „Wenn ich eine Hexe wäre. Dann hätte ich euch alle schon längst verflucht, für eure abgeneigte Art mir gegenüber.“
„Wir bringen dir Respekt entgegen.“ meldete sich einer der Männer. „Und doch straft ihr mich mit Einsamkeit. Ihr habt Angst, vor dem was ihr nicht versteht. Noch größere Angst habt ihr zu Verstehen.“
Die Meute verstand ihre Aussage nicht: „Ihr redet wirr, Hexe. Ihr wart viel allein. Das macht jeden wirr.“
„Wo ist mein Sohn?“
„Ich weiß es nicht, ich kann ja nicht Hellsehen.“ wiederholte die Hexe und ging zurück in ihr Haus. Die Meute war wütend. Sie machten die Hexe für das Verschwinden des Kindes verantwortlich. Und so zündeten sie ihr Haus an. Die Hexe blickte, fast erleichtert, ihrem Schicksal entgegen.
Als das Haus fast niedergebrannt war, tauchte der Junge hinter ihnen auf. „Mama, was ist denn hier los?“ Überrascht und überglücklich drehte sich die Mutter um: „Wo warst du mein Kind?“ Verwundert sah sich der Junge um: „Ich bin beim Spielen vom Weg abgekommen. Warum brennt das Haus der Hexe?“

Geschrieben von: Bekky Berg
Mehr Geschichten gibt es auf Patreon.com/BekkyBerg



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